Ausgegrenzte im Familiensystem – warum sie wirken, auch wenn niemand über sie spricht
In vielen Familien gibt es Menschen, über die nicht gesprochen wird.
Sie fehlen – und doch sind sie da.
Als spiritueller Coach und Aufstellerin erlebe ich immer wieder, dass ausgegrenzte Personen in Familiensystemen eine große energetische Wirkung haben. Oft sorgen sie für Unruhe, wiederkehrende Muster, emotionale Belastungen oder sogar schwere Schicksale einzelner Familienmitglieder – ohne dass der Zusammenhang bewusst erkannt wird.
Wer sind ausgegrenzte Personen im Familiensystem?
Ausgegrenzte sind Menschen, die aus der Familiengeschichte verdrängt oder vergessen wurden. Dazu gehören unter anderem:
- Fehlgeburten, Totgeburten oder Schwangerschaftsabbrüche
- früh verstorbene Kinder
- verheimlichte oder weggegebene Kinder
- Familienmitglieder, die verunglückt sind
- Gefallene oder vermisste Soldaten
- Mütter, die im Kindbett verstarben
- Männer oder Frauen, die „nicht zurückkamen“
- Angehörige, die durch Krankheit, Sucht oder Schuld ausgegrenzt wurden
Oft wird aus Schmerz, Scham oder Überforderung nicht über sie gesprochen. Doch energetisch bleiben sie Teil des Familiensystems.
Warum Ausgegrenzte Unruhe im Familiensystem erzeugen
In der systemischen Arbeit gehen wir davon aus, dass jedes Familienmitglied ein Recht auf Zugehörigkeit hat. Wird jemand ausgeschlossen, entsteht ein Ungleichgewicht.
Die Familienseele – oder das morphische Feld – strebt nach Ganzheit.
Was nicht gesehen wird, sucht sich einen anderen Ausdruck.
Häufig geschieht Folgendes:
- Ein nachfolgendes Kind identifiziert sich unbewusst mit einem Ausgegrenzten
- Es übernimmt Gefühle, Schuld, Trauer oder sogar das Schicksal
- Muster wie Angst, Sucht, Depression, Bindungsprobleme oder Selbstsabotage entstehen
Das geschieht nicht bewusst, sondern aus tiefer seelischer Loyalität.
Wenn das Schicksal eines Ausgegrenzten weitergetragen wird
Ein Beispiel aus meiner Praxis:
Eine Klientin kam wegen großer Sorgen um ihren pubertierenden Sohn zu mir. Er hatte einen Suizidversuch hinter sich und zeigte riskantes, „flüchtendes“ Verhalten.
In der gemeinsamen Biographiearbeit zeigte sich die eigentliche Wurzel:
Die Mutter hatte in ihrer Lebensgeschichte zwei ungeborene Kinder verloren – im dritten und vierten Schwangerschaftsmonat. Diese Verluste waren nie wirklich betrauert oder integriert worden.
Die Folge:
- unbewusste Verlustängste bei der Mutter
- eine tiefe seelische Suche beim Sohn
- ein inneres „Etwas fehlt“, das zur Sucht oder Selbstgefährdung führen kann
In der Familienaufstellung wurden die beiden Kinder bewusst in das System aufgenommen.
Die Mutter erkannte: Sie ist Mutter von drei Kindern, nicht nur von einem.
Sie gab den beiden ungeborenen Söhnen Namen, schrieb ihre Daten auf und begann, offen darüber zu sprechen. Erst dadurch konnte sich etwas lösen.
Die Seele des Sohnes wusste längst, was der Verstand nicht wusste.
Trägst du unbewusst die Last eines Ausgegrenzten?
Typische Hinweise können sein:
- wiederkehrende Ängste ohne klaren Anlass
- das Gefühl, „nicht ganz hier“ zu sein
- Schuldgefühle oder Traurigkeit ohne eigene Geschichte
- starke Identifikation mit Tod, Verlust oder Scheitern
- Suchttendenzen oder selbst schädigendes Verhalten
- das Gefühl, für etwas oder jemanden zu leben
Oft zeigt der Körper den Weg:
Ein veränderter Gesichtsausdruck, eine andere Haltung, plötzlich aufkommende Tränen – all das sind Zeichen, dass die Seele in Resonanz mit etwas Verdrängtem geht.
Und das ist gut so.
Denn was gefühlt werden darf, kann sich lösen.
Was hilft, um Ausgegrenzte zu integrieren?
Wichtig ist:
- nichts zu beschönigen
- nichts zu verschweigen
- nichts „wegzumachen“
Heilung entsteht durch Anerkennung und Zugehörigkeit.
Hilfreich können sein:
- Biographiearbeit
- Familienaufstellungen
- das bewusste Benennen aller Familienmitglieder
- offene Kommunikation innerhalb der Familie
- Rituale des Erinnerns
Jedes Familienmitglied gehört dazu:
der alkoholkranke Bruder
das verunglückte Geschwister
die früh verstorbene Mutter
das ungeborene Kind
Ausgegrenzte ins Familiensystem holen – Schicksal vermeiden
Wenn wir mit offenen Karten spielen, vermeiden wir, dass sich Schicksale wiederholen.
Was gesehen wird, muss nicht mehr getragen werden.
In diesem Sinne:
Schau auf dein Familiensystem.
Schau auf deine Gesundheit.
Schau auf das, was bisher keinen Platz hatte.
In einer Biographiearbeit findest du Klarheit – und oft auch tiefe Erleichterung.
Wenn du Fragen hast oder dich angesprochen fühlst, melde dich jederzeit gerne bei mir.
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