Familiengeheimnisse – wie sie sich auf Körper und Gesundheit auswirken können

 

In vielen Familien gibt es Dinge, über die nicht gesprochen wird.
Ereignisse, Schicksale oder Wahrheiten, die verschwiegen, verdrängt oder „unter den Teppich gekehrt“ wurden.

Aus systemischer und ganzheitlicher Sicht gehen Familiengeheimnisse jedoch nicht verloren.
Sie wirken weiter – oft über Generationen hinweg.

Manche Menschen tragen Gefühle, Ängste oder Symptome in sich, ohne zu wissen, woher sie kommen.
Hier können unbewusste Familiengeheimnisse eine Rolle spielen.

👉 Wichtig:
Diese Zusammenhänge müssen nicht Ursache einer Krankheit sein – sie können es aber sein.

 

Was sind Familiengeheimnisse?

 

Familiengeheimnisse sind Ereignisse oder Wahrheiten, die im Familiensystem nicht benannt werden durften, z. B.:

  • frühe Todesfälle
  • uneheliche Kinder
  • Abtreibungen oder Fehlgeburten
  • Suizide
  • schwere Krankheiten
  • Gewalt, Missbrauch, Kriegserlebnisse
  • Ausgrenzung von Familienmitgliedern
  • Scham- oder Schuldthemen
  • verlorene oder vergessene Angehörige

Oft geschieht das Verschweigen aus Schutz, Scham oder Überforderung.
Doch das, was nicht ausgesprochen wird, bleibt im System präsent.

 

Die Wirkung von Familiengeheimnissen auf Kinder

 

Kinder sind besonders feinfühlig.
Sie spüren Spannungen, unausgesprochene Gefühle und emotionale Lasten – auch wenn sie die Hintergründe nicht kennen.

Ein Kind kann dann unbewusst:

  • Gefühle übernehmen, die nicht zu ihm gehören
  • Verantwortung tragen, die ihm nicht zusteht
  • Symptome entwickeln, um auf etwas „Unsichtbares“ hinzuweisen

Das geschieht nicht absichtlich, sondern aus tiefer Loyalität zur Familie.

 

Wie können sich Familiengeheimnisse körperlich zeigen?

 

Aus ganzheitlicher Sicht können verdrängte Themen sich zeigen als:

  • chronische Beschwerden ohne klare Ursache
  • wiederkehrende Symptome
  • diffuse Schmerzen
  • Erschöpfung
  • innere Unruhe oder Ängste
  • das Gefühl, „etwas Fremdes“ zu tragen
  • Krankheiten, die scheinbar „nicht zu einem passen“

Unsere Zellen speichern nicht nur eigene Erfahrungen, sondern auch emotionale Informationen aus dem Familiensystem.

Übung 1: Gibt es etwas „Unausgesprochenes“ in deiner Familie?

 

Nimm dir einen ruhigen Moment.
Atme ein paar Mal bewusst ein und aus.

Frage dich achtsam:

  • Gibt es Themen, über die in meiner Familie nie gesprochen wurde?
  • Gab es „Tabus“?
  • Wurden bestimmte Personen ausgeschlossen oder vergessen?
  • Gibt es widersprüchliche Geschichten oder „Lücken“ in der Familiengeschichte?

✍️ Mache dir kurze Notizen – ohne zu bewerten.

Spüre dabei:

  • Wie reagiert dein Körper?
  • Gibt es Enge, Druck, Traurigkeit oder Unruhe?

Dein Körper reagiert oft schneller als dein Verstand.

 

Die Loyalität zum Familiensystem

 

Viele Menschen sind ihren Familien unbewusst loyal.
Diese Loyalität kann so weit gehen, dass man:

  • Symptome trägt, um jemanden zu „vertreten“
  • unbewusst Leid übernimmt
  • sich selbst klein hält
  • unglücklich bleibt, obwohl es objektiv keinen Grund gibt

Nicht aus Schwäche – sondern aus Liebe und Zugehörigkeit.

 

Übung 2: Wiederholungen erkennen

 

Beantworte für dich:

  • Gibt es Krankheiten, Schicksale oder Muster, die sich in meiner Familie wiederholen?
  • Trage ich möglicherweise ein Thema, das schon früher da war?
  • Gibt es Ähnlichkeiten zwischen mir und einem ausgeschlossenen oder vergessenen Familienmitglied?

❗ Wichtig:
Es geht nicht um Schuld, sondern um Bewusstwerdung.

 

Wenn ein Familienmitglied ausgeschlossen wurde

 

Systemisch gesehen möchte jedes Mitglied eines Familiensystems gesehen und anerkannt werden.
Wird jemand ausgeschlossen, kann ein Nachkomme unbewusst dessen Platz einnehmen.

Hinweise darauf können sein:

  • starke Identifikation mit einer fremden Geschichte
  • Gefühle, die „nicht erklärbar“ sind
  • das Gefühl, „nicht ganz im eigenen Leben zu sein“

 

Übung 3: Innere Anerkennung

 

Schließe für einen Moment die Augen und sage innerlich:

„Ich sehe dich.
Du gehörst zu unserer Familie.
Ich ehre dein Schicksal – und lasse es bei dir.“

Spüre nach, ob sich etwas in dir verändert.

Manchmal reicht ein inneres Anerkennen, um Entlastung zu bringen.

 

Können Familiengeheimnisse Krankheiten verursachen?

 

Aus ganzheitlicher Sicht können verdrängte Familiengeschichten Einfluss auf unser Wohlbefinden haben.
👉 Sie müssen nicht, aber sie können.

Krankheiten können – symbolisch betrachtet – auch ein Hinweis sein:

„Schau hin. Etwas möchte gesehen werden.“

 

Die Lösung liegt im Erkennen

 

Sobald ein verborgenes Thema erkannt wird, verliert es oft an Macht.
Mögliche Wege der Lösung sind:

  • Familienaufstellungen
  • systemische Rituale
  • bewusste Anerkennung
  • Gespräche (wenn möglich)
  • innere Arbeit

Nicht alles muss „aufgedeckt“ werden – manchmal reicht das innere Wissen.

 

Fazit

Familiengeheimnisse wirken leise – aber tief.
Du musst sie nicht weitertragen.

Was erkannt wird, kann sich lösen.

Wenn du das Gefühl hast, dass ein verborgenes Familienthema dich belastet oder sich körperlich zeigt, kann eine Familienaufstellung oder systemische Begleitung sehr unterstützend sein.

Melde dich einfach, wenn du Fragen dazu hast

Auf meinem YouTube Kanal findest du auch einen Beitrag über Familiengeheimnisse