Familie und Krankheit
Gibt es einen Zusammenhang zwischen deiner Krankheit, Schicksal und Familiengeschichte?
Die klare Antwort lautet: Ja, häufiger als du denkst. Und oft genau dort, wo du es am wenigsten vermutest.
Schon vor über 2400 Jahren erkannte Sokrates:
„Es gibt keine von der Seele getrennte Krankheit des Körpers.“
Und auch Platon sagte:
„Der größte Fehler bei der Behandlung von Krankheiten ist, dass es Ärzte für den Körper und Ärzte für die Seele gibt, wo doch beides nicht getrennt werden kann.“
Unsere tiefsten seelischen Prägungen entstehen meist in der Kindheit und Familie. Genau hier liegen oft die Ursachen für wiederkehrende Probleme, emotionale Belastungen – und sogar körperliche Symptome.
In diesem Artikel erfährst du die 5 häufigsten unbewussten Familienthemen, die dein Leben, deine Gesundheit und dein Schicksal beeinflussen können – und was du dagegen tun kannst.
1) Du trägst eine Last, die nicht zu dir gehört
Viele Menschen fühlen sich dauerhaft erschöpft, überfordert oder emotional belastet – ohne klare Ursache im eigenen Leben.
Typische Anzeichen:
- Du kümmerst dich ständig um andere, übernimmst deren Aufgaben und Pflichten
- Du fühlst dich verantwortlich für das Glück deiner Eltern oder Familie
- Du leidest unter Gefühlen wie Traurigkeit oder Wut ohne erkennbaren Grund
- Du stellst deine eigenen Bedürfnisse immer zurück
Oft steckt dahinter ein unbewusstes Muster:
Du hast etwas übernommen, das nicht zu dir gehört.
Der Körper zeigt das manchmal in Form von häufigen Nackenschmerzen, Schulterproblemen…
Gibt man dem „Besitzer“ seine Last zurück, gewinnt man an Kraft und Würde. Das wird meist nicht bedacht.
Aus Liebe, Loyalität oder Angst vor Ablehnung tragen viele Menschen die Lasten ihrer Eltern oder Vorfahren weiter. Aber die Lanst kann auch woanders herkommen:
ein verlorener Zwilling, dessen man sich gar nicht bewusst ist, dass man ihn hätte,
ein früher Verlust eines Geschwisterkindes kann Ursache sein,
wie sich in Aufstellungen oder in der Biographiearbeit oftmals zeigte.
Die Lösung:
Die übernommene Last muss bewusst zurückgeben werden – innerlich oder durch Rituale (z. B. in Familienaufstellungen oder Biografiearbeit)
Sobald du das tust, entsteht spürbare Erleichterung, mehr Energie und Klarheit.
Man muss nicht genau wissen, was übernommen wurde. Man kann es aber im Körper spüren, wie es sich anfühlt, wenn die Last zurück gegeben wird. Diese Last wurde meist aus Liebe getragen. Die Erleichterung ist spürbar und derjenige kann aufatmen. Sein Leben fühlt sich völlig anders an, so die Rückmeldungen.
2) Du bist mit jemandem identifiziert und lebst nicht dein eigenes Leben
Die unbewussten Ausgleichskräfte, die in Familien wirken, sind oft gewaltig und unwiderstehlich.
Typische Hinweise:
- Du fühlst dich oft „nicht wie du selbst“, oder fremd gesteuert
- Dein Leben wird von Irgendetwas überschattet, du kannst es aber nicht benennen
- Dein Leben wird von einer unsichtbaren Schwere begleitet
- Du hörst oft: „Du bist genau wie …“
- Du findest in deinem Leben keine Ursache für ein Lebensgrundgefühl, dass dich beeinträchtigt.
- Manchmal verstehst du dich selbst nicht
Aufstellungen zeigen immer wieder, dass „vergessene“ Tote, nicht gewürdigte oder ausgegrenzte Angehörige, schwere Schicksale verursachen, weiter wirken und nach Ausgleich drängen.
Oft wiederholt ein Nachkomme der nächsten oder übernächsten Generation das Schicksal eines Ahnen in ähnlicher Form. Unbewusst folgt der Drang nach Wiedergutmachung und lebt ein fremdes Schicksal nach, indem er sich in gleicher Weise zB Lebensfreude, Gesundheit oder ein glückliche Partnerschaft versagt.
Der Nachkomme lebt in weiten Teilen so, als wäre er der Vorgeborene, den er vertritt.
In vielen Familien wirken unbewusste Dynamiken über Generationen hinweg, mehr als wir denken.
Wenn Angehörige:
- vergessen wurden
- früh verstorben sind
- ausgegrenzt oder nicht gewürdigt wurden
…kann es passieren, dass ein Nachkomme unbewusst deren Leben „weiterlebt“.
Manchmal wiederholen sich sogar Schicksale – emotional, gesundheitlich oder in Beziehungen.
Ein Beispiel
Angehörige, deren Leben und Schicksal wir stellvertretend nachleben, sind uns häufig unbekannt, genauso wie die Tatsache, dass wir ihr Leben nachleben. Allein das Aufspüren der Identifikation ist hilfreich, wenn man sich die Fragen oben stellt.
Wichtig ist es, diese Überlagerung aufzulösen. Dass man sich bewusst macht, dass wir nicht eine, sondern ZWEI Personen sind, dass man nichts gemeinsam hat. Eine Abgrenzung ist ein MUSS, dass man nicht selbiges Schicksal erlebt.
Ein Ritual ist hilfreich, damit man wirklich das Schicksal dort lassen kann, wohin es gehört. Solche Rituale müssen natürlich immer ernsthaft und gesammelt erfolgen.
Ich habe das selbst erlebt, weil alle zu mir sagten, du bist deiner Tante sehr ähnlich. Sie ist früh verstorben. So waren auch meine Gedanken, „Ich sterbe bald“. In meinem Buch habe ich dieses Thema unter anderem verarbeitet. Den Link findest du unten, der Titel: „Ich glaube ich sterbe bald.“
Die Lösung:
Erkenne die Identifikation und löse sie bewusst auf.
Klare innere Abgrenzung und Rituale helfen, dein eigenes Leben zurückzuerobern.
3) Du stehst nicht am richtigen Platz in deinem Familiensystem
In Familien gibt es eine natürliche Ordnung – ähnlich wie in Teams, Organisationen, Firmen oder Vereinen.
Wenn diese Ordnung gestört ist, kann das zu Unruhe und Problemen führen.
Beispiele:
- Du fühlst dich in deiner Familie nicht am richtigen Platz
- Du fühlst dich verantwortlich für deine Eltern oder Geschwister
- Du hast das Gefühl, dich um alles kümmern zu müssen oder zusammenzuhalten
- Du „funktionierst“ als Vermittler oder Retter
Ein häufiger Grund:
Du hast einen Platz eingenommen, der nicht deiner ist.
In Familien herrschen unbewusste Gesetze. Das ist das Gesetz der Ordnung. Die Rollen müssen richtig verteilt sein. Jeder hat seinen Platz. Die Geschwisterreihe muss eingehalten werden, kein jüngeres Kind darf sich über ein älteres stellen, Kinder dürfen sich nicht über Eltern stellen…in Patchworkfamilien ist es komplizierter, deshalb funktionieren sie auch oft nicht so harmonisch, wie man sich das vorstellt.
In einer Familienaufstellung oder Biographiearbeit sieht man sich die Plätze an, die Rangfolge und stellt sie entsprechend um. Mit dementsprechenden Sätzen und Ritualen wird hier Ordnung im System gemacht.
Wird die Rangfolge verletzt, nimmt jemand nicht den im zustehenden Platz ein, kann das Folgen haben, bis zu Krankheiten, die hier ihren Ursprung tragen.
Die Lösung:
Deinen richtigen Platz im System erkennen und einnehmen.
Das bringt Ruhe, Klarheit und emotionale Entlastung.
4) Dir fehlt ein Abschiedsritual – und das raubt dir Energie
Nicht verarbeitete Verluste wirken oft über Generationen weiter.
Wenn wichtige Abschiede fehlen (z. B. bei Tod, Trennung oder Verlust), kann das zu einer inneren Bindung an Vergangenes führen.
Typische Anzeichen:
- Du spürst eine tiefe Traurigkeit oder Schwere
- Du hast das Gefühl, nicht richtig im Leben zu stehen
- Du empfindest keine Freude am Leben
- Du nimmst nicht wirklich am Leben teil
- Du erkennst in deiner Familie wiederkehrende Schicksalsschläge, Krankheiten, frühe Tode von Eltern oder Geschwistern, unglückliche Beziehungen…
Manche Menschen tragen sogar unbewusst den Wunsch in sich:
„Ich folge dir nach.“ Das ist unglaublich, doch so ist es. Ich hab es selbst erlebt.
Verliert jemand einen geliebten Menschen durch Tod, entsteht oft ein starkes Bedürfnis dem Verstorbenen in den Tod zu folgen. Obwohl die Person äußerlich weiterlebt, ihren Alltag bewältigt und vielleicht Kinder bekommt, besteht innerlich ein starker Sog zu den Toten.
Stellt man einen solchen Menschen in Aufstellungen neben den oder die geliebten Toten, beginnt er zu strahlen und fühlt sich dort wohl und gut aufgeboben, während die Toten ihn in der Regel lieber unter den Lebenden sehen wollen. Spüren Kinder, dass es Eltern zu einem Verstorbenen zieht und Vater oder Mutter innerlich diesem folgen wollen, wollen die Kinder oftmals unbewusst verhindern, indem sie einspringen und ihrerseits sage: „Lieber ich als du. Liebe Mama, lieber Papa, ich mache das für dich.“
Der gleiche Mechanismus tritt ein, wenn Angehörige schweres Leid ertragen mussten, und ein Nachgeborener deren Los erleichtern oder ausgleichen will, indem er im Inneren sagt: „Ich übernehme das für dich“ oder „Aus Liebe zu dir, lasse ich es mir auch schlecht gehen“. Auch in solchen Fällen versuchen Kinder, die Erwachsenen zu retten und springen für sie ein.
Man muss sich immer das gesamte System ansehen, wenn es schere Erkrankungen, wiederholte Unfälle, oder Schicksalsschläge gibt.
Die Lösung liegt darin, die unsichtbare Grenze zwischen Toten und Lebenden bzw. verschiedenen Schicksalen zu achten und sich klarzumachen, dass das Opfer des Nachfolgenden weder ihm selbst noch den Toten oder Leidgeprüften hilft, sondern nur noch mehr Unglück schafft.
Diese Dynamiken müssen erkannt werden. Dazu hilft eine Familienaufstellung oder Biographiearbeit. Suche bitte eine fachkundige Hilfe auf.
Dazu gibt es kraftvolle Rituale und Sätze, die bewusstmachen, dass es hier zwei völlig verschiedene Personen mit verschiedenen Schicksalen sind. Außerdem muss der leidtragende oder verstorbene Mensch mit seinem Schicksal gewürdigt und geachtet werden. Und es muss ihm gezeigt werden, dass das Leben gut weitergeht.
Die Lösung:
Ein bewusstes Abschiedsritual.
Würdigung des Verstorbenen oder dessen Schicksal – und eine klare Entscheidung für das eigene Leben.
4) Dir fehlt die gesunde Abgrenzung
Manchmal werden Kinder in Auseinandersetzungen hinein gezogen. Sie stehen zwischen den Fronten. Als Kind fühlst du dich benutzt oder du sollst Aufgaben übernehmen, die mit deinen Wünschen und Zielen nicht im Einklang stehen. Du fühlst dich als Kind in eine Rolle gedrängt, die du nicht ausfüllen willst oder kannst.
Fehlende Grenzen sind eines der häufigsten Familienthemen.
Typische Situationen:
- Du wirst in Konflikte deiner Eltern hineingezogen
- Du sollst Erwartungen erfüllen, die nicht zu dir passen
- Du fühlst dich emotional vereinnahmt
- Du sagst selten „Nein“
Kinder übernehmen oft Verantwortung, die sie nicht tragen sollten – und verlieren dabei sich selbst.
Das kann zu Problemen führen.
Zur systemischen Ordnung gehört, dass die Grenzen zwischen den Generationen gewahrt bleiben und die Zuständigkeitsbereiche nicht überschritten werden. Derartige Überschreitungen sind aber an der Tagesordnung. Sie finden von Seiten der Kinder, wie auch von Seiten der Eltern statt.
Viele Eltern ziehen ihre Kinder aktiv in ihre Partnerschaften hinein, fordern zur Parteinahme auf und benutzen ihre Kinder als Mehrzweckwaffe gegen den Partner. Kinder können sich dagegen kaum wehren, leiden aber sehr darunter, denn wenn sie auch die Treue halten, einen müssen sie „verraten“.
Aber auch von sich aus mischen sich Kinder ein und fühlen sich für Dinge verantwortlich, für die sie nichts können und nicht zuständig sind. Im schlimmsten Fall übernehmen sie Aufgaben oder Verantwortung, die sie gar nicht erfüllen können, die sich aber zu ihrem eignen Schaden auswirken. Einerseits fühlen sie sich dann überfordert, andererseits erhalten sie eine Macht, die sie anmaßend werden lässt und den Respekt vor ihren Eltern verlieren lässt. Das schwächt beide Seiten.
Abgrenzung ist aber auch immer dann angebracht, wenn ein erwachsenes Kind eigene Lebenspläne hat, aber die Eltern erwarten, dass es in ihre Fußstapfen tritt und beispielsweise ihren Betrieb oder die Praxis übernimmt oder sonstiges Erwartungen erfüllt. Eltern können dies zwar fordern, aber das Kind hat das Recht, Nein zu sagen.
Die Lösung besteht darin, sich gegenüber diesen Übergriffen abzugrenzen. Das kann sowohl von Erwachsene gegenüber Kindern, als auch von Kindern gegenüber Eltern stattfinden.
Auch dazu gibt es Rituale und Sätze, die sehr kraftvoll und effektiv sind, um Sorge und Leid zu meiden.
Auch auf der Geschwisterreihe kommt es immer wieder vor, dass man in deren Konflikte hineingezogen wird. Wird es zur Belastung, ist auch hier Abgrenzung notwendig.
Die Lösung:
Klare Abgrenzung lernen – emotional und im Verhalten.
Das stärkt deine Selbstbestimmung und schützt deine Energie.
Fazit: Krankheit ist oft ein Hinweis – kein Zufall
Dein nächster Schritt
Stelle dir ehrlich diese Fragen:
- Trage ich etwas, das nicht zu mir gehört?
- Lebe ich wirklich mein eigenes Leben?
- Stehe ich an meinem richtigen Platz?
- Habe ich wirklich Abschied genommen?
- Kann ich mich klar abgrenzen?
Wenn du hier Unsicherheiten spürst, kann es sinnvoll sein, dich tiefer mit deinem Familiensystem zu beschäftigen – z. B. durch Coaching, Biografiearbeit oder Familienaufstellungen.
Suche dir Hilfe, um wirklich dein LEBEN zu leben, dass DICH erfüllt!
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