Was möchte dir ein Tinnitus sagen?
Eine Fallgeschichte aus dem Coaching
Viele Menschen mit Tinnitus erleben das Ohrgeräusch als starke Belastung. Manche hören ein Pfeifen, andere ein Rauschen oder Summen. Nicht immer lässt sich eine eindeutige körperliche Ursache finden. Deshalb fragen sich viele Betroffene:
Kann anhaltender Stress oder eine belastende Lebenssituation eine Rolle spielen?
Selbstverständlich sollte ein Tinnitus immer ärztlich abgeklärt werden. In meinem Coaching „Schreib dein eigenes Rezept“ betrachten wir ergänzend die persönliche Lebenssituation. Denn manchmal zeigen sich Zusammenhänge, die vorher nicht bewusst waren.
Die folgende Fallgeschichte beschreibt eine solche persönliche Erfahrung.
Als das Ohr nicht mehr zur Ruhe kam
Eine Frau suchte mich auf, weil sie seit einiger Zeit unter einem belastenden Tinnitus litt. Medizinisch war sie bereits untersucht worden. Nun wollte sie zusätzlich verstehen, ob ihre Lebenssituation einen Einfluss auf ihr Wohlbefinden haben könnte.
Im Coaching geht es nicht darum, eine fertige Erklärung zu liefern. Gemeinsam betrachten wir vielmehr die Frage:
Was war im Leben los, als die Beschwerden begonnen haben?
Oft entstehen dabei neue Blickwinkel.
Der Blick hinter das Symptom
Im Coaching arbeite ich mit offenen, lösungsorientierten Fragen. Dabei interessiert mich weniger das Geräusch selbst als die Situation, in der der Mensch lebt.
Unter anderem fragte ich:
- Was belastet dich im Alltag dauerhaft?
- Wo fehlt dir Ruhe?
- Welche Konflikte trägst du schon lange mit dir?
- Was hast du bisher nicht ausgesprochen?
- Was hat sich verändert, als der Tinnitus begann?
- Wo gehst du immer wieder über deine eigenen Grenzen?
Diese Fragen sollen keine allgemeingültige Bedeutung des Tinnitus erklären. Sie helfen vielmehr dabei, individuelle Zusammenhänge zu entdecken.
Ein wichtiger Aha-Moment
Während unseres Gesprächs wurde deutlich, dass die Frau seit Monaten mit ihrer erwachsenen Tochter unter einem Dach lebte.
Die gemeinsame Wohnsituation belastete sie zunehmend. Immer wieder kam es zu Spannungen. Dennoch sprach sie ihre Bedürfnisse kaum aus. Sie wollte Streit vermeiden und stellte ihre eigenen Grenzen immer wieder hinten an.
Im Laufe des Coachings sagte sie schließlich:
„Eigentlich wünsche ich mir schon lange mehr Ruhe. Aber ich habe mich bisher nicht getraut, das offen anzusprechen.“
Dieser Satz wurde für sie zu einem Wendepunkt.
Nicht ich fand eine Erklärung.
Sie selbst erkannte, wie stark sie ihre eigenen Bedürfnisse übergangen hatte.
Aus Erkenntnis wurde Veränderung
Nach dem Coaching begann sie, ihre Situation Schritt für Schritt zu verändern.
Sie sprach offen mit ihrer Tochter über ihre Belastung. Gemeinsam suchten sie nach einer Lösung.
Schließlich entschied sich die Tochter, in eine eigene Wohnung zu ziehen.
Einige Zeit später berichtete mir die Klientin, dass sich ihre Ohrgeräusche nach dem Auszug deutlich verändert hätten und schließlich nicht mehr wahrnehmbar gewesen seien.
Ob diese Veränderung ausschließlich auf die neue Lebenssituation zurückzuführen war, lässt sich nicht sicher sagen. Für sie persönlich bestand jedoch ein klarer Zusammenhang zwischen ihrer emotionalen Entlastung und ihrem Erleben.
Welche Fragen kannst du dir selbst stellen?
Jeder Mensch erlebt Tinnitus anders. Deshalb gibt es auch keine allgemeingültigen Antworten.
Folgende Fragen können jedoch helfen, die eigene Situation bewusster zu betrachten:
- Was belastet mich im Alltag dauerhaft?
- Wo wünsche ich mir mehr Ruhe?
- Welche Konflikte schiebe ich schon lange vor mir her?
- Welche Bedürfnisse kommen immer zu kurz?
- Was hat sich verändert, als die Beschwerden begonnen haben?
- Wo sage ich zu oft Ja, obwohl ich Nein meine?
- Welche Verantwortung trage ich, obwohl sie vielleicht gar nicht meine ist?
Nicht jede Antwort führt sofort zu einer Lösung. Manchmal entsteht jedoch genau dadurch der erste wichtige Schritt.
Genau hier setzt mein Coaching an
Im Coaching „Schreib dein eigenes Rezept“ begleite ich Frauen ab 45 dabei, ihre aktuelle Lebenssituation ganzheitlich zu reflektieren.
Gemeinsam betrachten wir körperliche Beschwerden, familiäre Konflikte, berufliche Belastungen oder wiederkehrende Muster – immer mit dem Ziel, individuelle Zusammenhänge besser zu verstehen und passende nächste Schritte zu entwickeln.
Du erhältst keine fertigen Deutungen.
Du entwickelst dein persönliches Rezept – auf Grundlage deiner Erfahrungen, deiner Bedürfnisse und deiner Lebensgeschichte.
Fazit
Ein Tinnitus kann viele unterschiedliche Ursachen haben und sollte immer ärztlich abgeklärt werden.
Manchmal lohnt es sich zusätzlich, den Blick auf die eigene Lebenssituation zu richten.
Nicht, um Schuld zu suchen.
Sondern um zu erkennen, welche Belastungen, Konflikte oder unerfüllten Bedürfnisse vielleicht mehr Aufmerksamkeit benötigen.
Genau dabei unterstützt dich mein Coaching „Schreib dein eigenes Rezept“.
Denn manchmal beginnt Veränderung mit der Bereitschaft, ehrlich hinzuhören – nicht nur auf das Ohrgeräusch, sondern auch auf das eigene Leben.
Was dich noch interessieren könnte zum Thema Schreib dein eigenes Rezept:
- Welche Erkenntnisse eine Frau mit wiederkehrenden Blasenentzündungen gewann, liest du in dieser Fallgeschichte.
- Wie ein Mann den Zusammenhang zwischen seiner Lebenssituation und seinen Rückenschmerzen erkannte, beschreibe ich in einem weiteren Beitrag.
- Auch hinter Schwindel können sich individuelle Belastungen verbergen.
- In einer weiteren Fallgeschichte beschreibe ich, welche Erkenntnisse eine Klientin mit ihrem Hustenreiz gewonnen hat.
- Oder lies, welche Rolle familiäre Muster bei einer Frau mit Schulterschmerzen spielten.
